So titelte die Chemnitzer Morgenpost heute.  Hintergrund sind aber nicht die massiven Rechtsverletzungen der Polizei beim Durchprügeln der Nazi-Demo am 5. März, sondern Vorfälle nach dem Spiel Sachsenring Zwickau gegen den CFC am Samstag. Nach Fanberichten provozierten Chemnitzer und Dresdner BFE nach Ende des Spieles und griffen dann im Bahnhof Zwickau wie erst vor drei Wochen an der Zentralhaltestelle durch: Mit Pfefferspray, Tritten, Schlägen. Die Morgenpost dazu:

Elite-Polizei verletzte Fan-Chefin
Zwickau/Chemnitz – Tumulte nach dem Fussball: Rund 35 Polizisten prügelten auf dem Zwickauer Bahnhof auf 150 Fans des CFC ein – behaupten Augenzeugen. „Es gab 30 Verletzte“, sagt CFC-Fanbeauftragte Peggy Schellenberger, die selber unter den Opfern ist: „Ein Polizist schleuderte mich gegen einen Automaten. Ich erlitt eine Schädelprellung, musste zum Arzt!“

Schon während des Spiels beim FSV gab´s Fan-Randale. Danach sollten 350 CFC-Fans direkt zum Zug geschleust werden. Doch etwa 150 gelangten in die Bahnhofshalle. Ronny Licht (34), Sprecher der CFC-Ultras: „Plötzlich schubsten Elitebeamte der Beweissicherungs- und Festnahme-Einheiten Chemnitz und Dresden die Fans in den Tunnel zum Bahnsteig. Die Beamten schlugen mit Fäusten zu, traten, sprühten Pfefferspray. Es gab eine Panik!“
Peggy Schellenberger war als Fanbeauftragte auch im Auftrag von Uwe Reißmann (54) – Chemnitzer Polizeipräsident und CFC-Aufsichtsrat – dabei: „Ein Rambo-Beamter schleuderte mich mit dem Kopf gegen einen Automaten.“ Sie ist wütend: „Die Polizisten haben mit ihren Schlägen das Vertrauen der Fans zerstört.“
Polizeisprecher Marcus Schubert (34) wies die Vorwürfe zurück: „Als die Fans aufgefordert wurden, zum Zug zu gehen, flogen Flaschen. Dabei wurde unmittelbarer Zwang ausgeübt.“ Zwei Polizisten seien verletzt. Acht Fans erstatteten Anzeige.“

Bereits in der Vergangenheit kam es sowohl bei Heimspielen des Chemnitzer FC wie zum Beispiel gegen Union am 23. Oktober 2004 oder eben in Zwickau gegen Carl Zeiss am 10. November 2007 zu Übergriffen durch prügelnde Polizisten, wobei gerade der Fall FSV – FCC doch eine große Ähnlichkeit zum Wochenende hat. Jedesmal konnte sich die Reißmann unterstehende Polizei herauswinden. Neu ist jetzt, dass mit Anhängern des CFC Fans des Vereins nennenswert betroffen sind, dem Reißmann als Ausfsichtsrat vorsteht und das der Ärger somit aus zwei Richtungen kommt: neben den Chemnitzer Fussballfans vom Bündnis Chemnitz-Nazifrei, welches am letzten Donnerstag erst eine öffentliche Anhörung aufgrund der Polizeigewalt durchführte. Hoffentlich führt das endlich zu Konsequenzen im Chefsessel der PD Chemnitz-Erzgebirge – oder wenigstens im Aufsichtsrat des CFC.

Achso, das Spiel war nicht weiter erwähnenswert. Schlechter Acker, Zwickau bemüht aber ohne Chance, der CFC schießt zwei Tore, Nieselregen nahe 0°C, Bier 2,50 EUR (kein Pfand!), Pissen am Zaun, Vollhonks im A-Block, Red-Kaos und Chemnitz weitgehend durchsingend, außerdem potentielle Wurfgeschosse im Stadion in Größenordnungen sowohl in Menge als auch Größe. Unglaublich.